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Ein neues Jahr, ein neuer Anfang – Grüße vom NJO-Leitungsteam

Das neue Jahr hat für uns mit einem besonderen Moment begonnen. Am ersten Tag als neues Geschäftsführungsduo des NJO führte uns unser Weg in ein schneebedecktes Studio im Berliner Deutschlandradio-Funkhaus. Dort durften wir über das sprechen, was uns und viele von euch seit Jahren bewegt: Musikvermittlung im deutschsprachigen Raum. Das Interview im Musikjournal des Deutschlandfunks vom 05.01.2025 war für uns ein schöner Auftakt, ein Innehalten, ein gemeinsamer Blick auf das Feld und ein erster öffentlicher Moment in unserer neuen Rolle beim NJO.

Im Gespräch ging es um aktuelle Entwicklungen in der Szene, um strukturelle Herausforderungen, aber vor allem auch um das große Potenzial von Musikvermittlung als gesellschaftliche Praxis. Wir haben darüber gesprochen, wie sehr sich das Feld in den letzten Jahrzehnten professionalisiert, ausdifferenziert und vernetzt hat und gleichzeitig weiterhin mit prekären Arbeitsbedingungen, Projektlogiken und unsicheren Strukturen konfrontiert ist.

Unsere Vision knüpft genau hier an: Musikvermittlung nicht als Zusatzaufgabe oder Projektformat zu denken, sondern als Haltung und Querschnittsthema, das Programme, Institutionen und Arbeitsweisen nachhaltig prägt. Dazu gehört für uns ganz wesentlich eine klare diversitäts- und genreübergreifende Öffnung. Musikvermittlung kann und sollte Räume schaffen, in denen sich gesellschaftliche Vielfalt im Programm, im Publikum, im Personal und in Partnerschaften widerspiegelt. Das heißt auch, strukturelle Barrieren sowie Ausschlussmechanismen sichtbar zu machen, zu benennen und aktiv abzubauen. Und es heißt, musikalische Vielfalt ernst zu nehmen. Ob Klassik, Jazz, Improvisation, elektronische, zeitgenössische oder transtraditionelle Musiken – Vermittlung soll der Faden sein, der die unterschiedlichen ästhetischen und gesellschaftlichen Perspektiven miteinander verwebt.

Gleichzeitig verstehen wir Musikvermittlung als eine Praxis, die über nationale Grenzen hinausdenkt. Europäische Vernetzung bietet die Chance, voneinander zu lernen, unterschiedliche kulturpolitische Rahmenbedingungen zu reflektieren und neue Impulse für nachhaltige Strukturen zu gewinnen, auch jenseits regionaler Förderlogiken und isolierter Einzelinitiativen.

Zum Jahresbeginn möchten wir die Gelegenheit nutzen, um euch allen ein frohes und inspirierendes neues Jahr zu wünschen. Ein Jahr, in dem wir gemeinsam weiterdenken, Fragen stellen, Strukturen hinterfragen und neue Räume für Musikvermittlung öffnen. Lasst uns 2026 gemeinsam nutzen, um Musikvermittlung als Haltung, als Querschnittsthema und als Motor für Öffnung, kulturelle Teilhabe und gesellschaftliche Transformation weiter zu stärken.

Als neues Geschäftsführungsduo verstehen wir uns vor allem als ansprechbar, zuhörend und vernetzend. Wir freuen uns sehr auf den Austausch mit euch, auf eure Anliegen, Ideen, Fragen, Kritik, Visionen und Erfahrungen aus der Praxis. Das NJO lebt von dieser Vielfalt an Perspektiven und genau daran möchten wir anknüpfen.

Wir freuen uns auf alles, was wir zusammen anstoßen werden. Auf geht’s!

Herzliche Grüße
Franziska Haberland & Tom Verbeke
Geschäftsführung Netzwerk Junge Ohren e. V.

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