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Ergebnisse der NJO-Bedarfsumfrage 2026 

Ergebnisse der NJO-Bedarfsumfrage 2026 

Was braucht die Musikvermittlungscommunity heute? Welche Themen beschäftigen die Akteur:innen, welche Formate wünschen sie sich und welche Rolle soll das NJO dabei künftig spielen? 

Mit diesen Fragen haben wir uns in unserer Bedarfsumfrage im Frühjahr 2026 an die NJO-Community gewandt. 131 Personen haben sich beteiligt und uns mit ihren Einschätzungen, Wünschen und Ideen ein differenziertes Bild davon gegeben, was sie vom NJO erwarten, was bereits gut funktioniert und wo sie Entwicklungsbedarf sehen. 

Die Ergebnisse zeigen dabei zweierlei: Viele der bisherigen Angebote werden sehr geschätzt. Gleichzeitig verändern sich die Arbeitsrealitäten und Bedürfnisse der Community und damit auch die Anforderungen an ein Netzwerk wie das NJO. 

Was soll das NJO leisten? 

Besonders deutlich wird, dass die Befragten das NJO nicht allein als Plattform für fachlichen Austausch verstehen. Eine zentrale Erwartung ist, Musikvermittlung in ihrer gesellschaftlichen und strukturellen Bedeutung sichtbarer zu machen und zu stärken

Auf einer Skala von 1 („gar nicht wichtig“) bis 5 („sehr wichtig“) erhielten folgende Aufgaben die höchsten Bewertungen (Mittelwert (1–5)): 

Was soll das NJO leisten? 

Welche Themen beschäftigen die Community? 

Auch bei den inhaltlichen Themen zeigt sich ein klares Bild. Besonders hoch bewertet werden Fragen, die sich mit Zukunft, Veränderung und der Weiterentwicklung und Öffnung von Kulturinstitutionen beschäftigen (Mittelwert (1–5)). 

Die offenen Antworten erweitern dieses Bild noch einmal. Mehrfach genannt werden insbesondere Community Music, Best Practice und der Austausch über konkrete Praxis, sowie die strukturelle Verankerung von Musikvermittlung.  Des Weiteren werden Themen wie Diversität, Inklusion und Barriereabbau, neue Konzertformate, Klassismus sowie internationale und postmigrantische bzw. diasporische Musikpraxen häufig erwähnt. Gleichzeitig wird der Wunsch nach einer stärkeren Verbindung zu Feldern wie Bildung, Jugend- und Sozialarbeit, Gesundheit, Care oder Stadtentwicklung deutlich.  

Was funktioniert bereits gut? 

Die Umfrage zeigt auch, dass vieles, was das NJO bereits anbietet, gut angenommen wird. 

Besonders häufig genannt und positiv bewertet werden der NJO-Newsletter, die Website und digitale Fach- und Austauschformate. Auch die Impulse aus Fachtreffen und Vernetzungsveranstaltungen in Präsenz werden als interessant und gewinnbringend beschrieben. 

Gerade die digitalen überregionalen Fachtreffen lassen sich leichter mit Arbeitsalltag, anderen Verpflichtungen und unterschiedlichen Wohnorten vereinbaren und ermöglichen zugleich fachlichen Austausch über regionale Grenzen hinweg. 

Bei Präsenzformaten zeigt sich ein differenzierteres Bild: Viele Befragte wünschen sich ausdrücklich mehr persönliche Begegnung und Vernetzung. Gleichzeitig sind Präsenztreffen für viele aufgrund von Entfernungen und mangelnder zeitlicher Ressourcen schwerer realisierbar bzw. benötigen mehr Planungsvorlauf. 

Welche neuen Formate sind gefragt? 

Auch bei den gewünschten neuen Angeboten zeigt sich ein deutlicher Wunsch nach fachlichem Austausch, Praxisnähe und konkreter Zusammenarbeit.  

Gewünschtes Format und Anteil der Befragten 

Themenspezifische Arbeitsgruppen 

Zudem tauchte in den offenen Antworten der Wunsch nach einer neuen Form der Auszeichnung und Sichtbarmachung qualitativer Musikvermittlung häufig auf. 

Austausch braucht unterschiedliche Räume 

Ein wiederkehrendes Thema in den Antworten ist die Frage, wie fachlicher Austausch so gestaltet werden kann, dass er tatsächlich einen Mehrwert für die Beteiligten bietet

Dabei wird deutlich, dass es nicht allein auf das Format ankommt. Besonders produktiv wird Austausch dann erlebt, wenn Menschen mit einer konkreten Fragestellung, einem gemeinsamen Wissensstand oder einem gemeinsamen Interesse zusammenkommen. 

Gewünscht werden deshalb thematisch fokussierte Formate, in denen Wissen geteilt, konkrete Fragen diskutiert und gemeinsam weitergedacht werden kann. 

Gleichzeitig bleibt die persönliche Begegnung wichtig. Die Umfrage spricht deshalb für eine Kombination unterschiedlicher Möglichkeiten: 

Digital für regelmäßigen, themenspezifischen und niedrigschwelligen Fachaustausch  

Präsenz für Begegnung, Vernetzung und gemeinsame Entwicklung 

Diese Erkenntnis ist ein wichtiger Ausgangspunkt für die neue Struktur der NJO-Fachtreffen, über die wir demnächst noch einmal ausführlicher berichten werden.  

Was machen wir daraus? 

Die Umfrage war für uns nicht nur eine Bestandsaufnahme. Sie ist ein wichtiger Ausgangspunkt dafür, wie wir das NJO in den kommenden Jahren weiterentwickeln wollen

1. Neuausrichtung der Fachtreffen & Stärkung der Vernetzung 

Wir entwickeln die Struktur der Fachtreffen weiter und schaffen mehr Möglichkeiten für themenspezifischen Austausch, persönliche Begegnung und gemeinsame Projektentwicklung. 

2. Musikvermittlung stärker kulturpolitisch vertreten 

Die Befragung zeigt deutlich, dass sich das NJO stärker als Stimme der Musikvermittlungs-Community positionieren soll. Perspektivisch wollen wir die Perspektiven und Erfahrungen der Community noch stärker bündeln und in kulturpolitische Diskurse einbringen. 

Dafür soll unter anderem eine AG Musikalische Bildung gegründet werden, in der Themen aus der Community gesammelt, diskutiert und für die Gremienarbeit im Bundesfachausschuss des Deutschen Musikrats aufbereitet werden können. 

3. Musikvermittlung strukturell stärken 

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Umfrage ist der Wunsch nach einer stärkeren strukturellen Verankerung von Musikvermittlung

Hier wollen wir den Dialog mit Kulturinstitutionen, Verbänden und Ausbildungsstätten intensivieren, etwa mit Blick auf die Rolle von Musikvermittlung in Leitungs- und Organisationsstrukturen, in Personal- und Entwicklungsprozessen oder bereits in der Ausbildung von Musiker:innen. 

4. Die gesellschaftliche Relevanz von Musikvermittlung sichtbarer machen 

Mit einem Mittelwert von 4,62 ist die Sichtbarkeit der gesellschaftlichen Relevanz von Musikvermittlung die am höchsten bewertete Aufgabe des NJO. 

Daraus folgt für uns: Wir wollen nicht nur innerhalb der Community Austausch ermöglichen, sondern auch stärker nach außen zeigen, was Musikvermittlung leistet, welche gesellschaftliche Bedeutung sie hat und wie vielfältig das Feld heute ist.  

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